Erfahrungsberichte TMS

Was bringt der TMS für´s Medizinstudium? Eine kleine Lernmotivation

Ich habe mich während meiner TMS Vorbereitung in einigen Momenten der Verzweiflung gefragt, welcher Sinn hinter dem ein oder anderem Untertest steckt. Denn was es mir für mein Medizinstudium bringen sollte, im Kopf die Lage von Schlauchknäueln zu entschlüsseln oder bei Quanti vor lauter Kopfrechnen das Gehirn zum Rauchen zu bringen, war mir nicht unbedingt ersichtlich. Doch im Laufe meines ersten Vorkliniksemesters habe ich auf diese Fragen Antworten gefunden, die ich nun gerne mit euch teilen möchte. Vielleicht motiviert es den einen oder anderen, zu wissen, dass viele Techniken und Fähigkeiten, die man in der Vorbereitung auf die unterschiedlichen Untertests erwirbt, auch im Studium später weiterhelfen.

Schlauchfiguren – das Herz und seine Gefäße

Schlauchfiguren – der eine macht‘s mit links, der andere… nun, tut sich etwas schwerer damit. Und auch hier fragt man sich: was ist der Gedanke hinter dieser Aufgabe, was bringt es mir herauszufinden, aus welcher Perspektive ich nun auf diese völlig verknoteten Schläuche schaue? Ein Jahr später habe ich das dann herausgefunden, als es in Anatomie um den Aufbau des Herzens ging. Nun, auch um das Herz wickeln sich Venen und Arterien, wie die Schläuche in Schlauchfiguren und auch beim Herzen musste ich versuchen, mir das in 3D vorzustellen und es – wie den Plexiglaswürfel mit den Schläuchen – in meinem Kopf zu drehen. So konnte ich mir durch das ständige Schlauchfiguren üben, besser die Perspektive des Herzens von hinten vorstellen, mit all seinen Gefäßen.

Beim Untertest „Schlauchfiguren“ lernt ihr, euer 3-dimensionales Verständnis zu schulen, einen Körper, sei es ein Herz oder die Schlauchknäuel, vor eurem geistigen Auge zu drehen und von unterschiedlichen Perspektiven aus zu beobachten – eine Eigenschaft, auf die ihr in eurem künftigen Medizinstudium häufig zurückgreifen werdet.

Quanti – Kopfrechnen, bis der Arzt kommt

Quanti, Quanti, Quanti… viele tun sich mit Quanti recht schwer, sind genervt vom Dreisatz rechnen, Gleichungen aufstellen und vor allem dem ständigen Kopfrechnen, das einem auch schnell mal Kopfschmerzen bereitet. Doch völlig umsonst ist es nicht, denn sogar das hilft euch später im Medizinstudium!

Denn sei es in Chemie oder Physik – ihr kommt in der Vorklinik dann doch nicht ums Rechnen herum. Vor allem in Chemie, wo man an manchen Unis keine Taschenrechner verwenden darf. Doch durch die Quanti Vorbereitung für den TMS wird euch das mit Sicherheit viel leichter fallen und einfache Multiplikationsaufgaben in Chemie werdet ihr locker im Kopf rechnen können. Also Kopf hoch – ihr werdet euch in der Vorklinik freuen, dass ihr euch in Quanti reingehängt und fleißig geübt habt!!

Fakten lernen und was es mit dem Periodensystem zu tun hat

Der Untertest „Figuren und Fakten“ scheint auf den ersten Blick ziemlich sinnlos. 20 fiktive Patienten zu lernen, möglichst eine Stunde lang all die Namen und Krankheit im Kopf abzuspeichern und dann vollständig wiederzugeben. For what?!

Nun, als mir im 1. Semester in Chemie die Aufgabe bevorsteht, das Periodensystem mit seinen Hauptgruppen zu lernen, klingelt es in meinem Kopf. Denn wann hat man sonst gelernt, so viele Wörter und Zusammenhänge in seinem Gehirn abzuspeichern? Richtig: im Untertest „Figuren und Fakten“. Und so fiel es mir sehr leicht z.B. mit der 5-Räume Technik, die Hauptgruppen des Periodensystems zu lernen, indem ich Elemente auf Personen projizierte. Und auch in anderen Fächern ist es immer wieder hilfreich, wenn man sich Zusammenhänge merken muss, einfach auf seine Technik vom Fakten lernen zurückzugreifen.
Hier schadet es übrigens auch nicht, während der Nachbereitung, Krankheiten der fiktiven Patienten, die man nicht kennt, einfach mal nachzuschlagen. Das macht’s euch sowohl für eine weitere Simulation, in der diese Krankheit wieder vorkommt, als auch für das Studium etwas leichter.
Und wieder ein Untertest, aus dem man für das spätere Medizinstudium etwas mitnehmen kann – so unsinnig einige Tests auch manchmal erscheinen.

Textverständnis

Beim Untertest „Textverständnis“ erscheint der Sinn noch am naheliegendsten, da die Texte schließlich von medizinischen Themen handeln. Und tatsächlich bleibt bei konzentrierten Nachbereitungen der Texte mehr hängen als man denkt. Vor allem in den Vorklinikfächern Physiologie und Anatomie stößt man immer wieder auf Themen, die man im Textverständnis schon ein paar Male behandelt hat und man kann diese Begriffe zumindest schon grob einordnen.

Um bei diesem Untertest viele Punkte abzuräumen, muss man in der Lage sein, Texte schnell und effektiv lesen zu können, dabei in kurzer Zeit eine möglichst große Menge an Informationen aufzunehmen. Dieses effektive Abarbeiten von Texten ist vor allem für das spätere Studium enorm wichtig.

Noch eine wichtige Sache zum Abschluss: das Textverständnis sollte euch durchaus Spaß machen, beziehungsweise die Themen sollten euch interessieren, denn all das werdet ihr im Studium noch viel vertiefter lernen müssen.

Muster zuordnen im Herzkatheterlabor? Wie das?!

Hier kam mir die Erleuchtung im Pflegepraktikum. Dort durfte ich einmal in das Herzkatheterlabor mit, wo man – vereinfacht gesagt – ein Kontrastmittel spritzt und durch Röntgenaufnahmen des Herzens die Koronararterien und mögliche Verengungen sieht. Das kann man sich ein bisschen wie ein Baum mit vielen Ästen vorstellen. An einem der Äste ist ein Stück Rinde ab – und das muss man finden. Man muss also im Grunde zwei Bilder vergleichen: das fiktive Bild der „gesunden“ Koronargefäße und das vom Patienten mit allen Verengungen. Und dann, wie beim Muster zuordnen, den Fehler, den Unterschied finden.

Das klingt vielleicht weit hergeholt, aber dieses Abscannen von Bildern, wie man es beim Muster zuordnen übt, wird einem auch bei Röntgenbildern zum Beispiel, immer wieder von Vorteil sein.

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