MedAT TMS

Anki – Step by Step zur perfekten Karteikarte

Lernen mit Anki
Mit Anki zum Medizinstudium
Im Rahmen unserer TMS- und MedAT-Vorbereitung bieten wir auch kostenfreie Webinare – zum Beispiel „How to Anki – Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine gute Karteikarte“. Alles was ihr dazu wissen müsst, haben wir hier für euch zusammengefasst! Ein Dankeschön vorab an unsere MedAT-Kursteilnehmerin Pia, die während des Webinars fleißig mitgeschrieben und ihr Material zur Verfügung gestellt hat 😉
Was ist Anki?
Wenn es ums Lernen geht, taucht immer wieder dieses Wort „Anki“ auf. Doch was ist das überhaupt? Anki ist eine Lernkarteikarten-Software, die auf dem Prinzip der „Spaced Repetition“ basiert. Ja wow, was ist denn jetzt „Spaced Repetition“? Bei der „Spaced Repetition“ wiederholt man genau dann etwas zuvor Gelerntes, wenn man einen Teil davon aufgrund der Zeit wieder vergessen würde. „Spaced Repetition“ orientiert sich an der „Vergessenskurve“, die ihr oben im Titelbild seht. Wenn ihr also am Tag 0 beispielsweise den Zellaufbau lernt, dann würde – ohne Wiederholung – am Tag 3 nur noch etwas mehr als die Hälfe von dem Gelernten in eurem Gedächtnis sein. Wäre irgendwie blöd, weil dann müsstet ihr mühsam erneut die vergessenen 40% lernen. Anki möchte uns das ersparen. Wie ihr oben in der Kurve seht, habt ihr nach Tag 1 etwa 20% nicht mehr im Kopf. Anki fragt euch nun nach einem Tag erneut den Zellaufbau ab und bringt wieder die 100% in euer Gedächtnis. Jetzt vergesst ihr mit der Zeit natürlich wieder peux à peux das Gelernte. Am 3. Tag meldet sich Anki also wieder, um euch mitzuteilen, dass ihr die Zelle wiederholen solltet. Und so gelangt irgendwann auch das letzte Zellorganell, sei es noch so klein und kompliziert, in euer Langzeitgedächtnis. Und so, wie ihr bei 2+2 nicht mehr drüber nachdenken müsst, dass das 4 ergibt, weil ihr es unendliche Male schon gerechnet habt, so wird es auch mit eurem Gelernten sein – es automatisiert sich. Die, die jetzt Angst haben, dass täglich ein immenser Berg an Karteikarten auf sie wartet, kann ich beruhigen: Die Kurve (siehe oben) flacht mit jeder Wiederholung weiter ab und fällt weniger schnell. Es braucht also immer länger bis ihr 20% vergessen habt und somit werden die Wiederholungsabstände auch immer größer. Die App ist übrigens Open Source, für Windows und Android kostenlos, für iOS und macOS kostet sie 27,99€, die sich jedoch absolut lohnen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass wir keine kommerzielle Werbung für Anki machen, sondern einfach von dem Programm begeistert sind und euch dieses Tool präsentieren und an die Hand geben möchten.
Anki nach und nach ins Lernen einbringen
Aufgepasst! Ganz, ganz wichtig! Kurz vor dem TMS oder MedAT solltet ihr eure Lernmethoden nicht mehr umstellen. Anki ist ein langfristiger Prozess, da das Prinzip der „Spaced Repetition“ nun mal Zeit braucht. Von heute auf morgen komplett auf Anki umzustellen ist kurz vor einer Prüfung nicht sinnvoll. Vielmehr ist es ein Herantasten. Angenommen ihr habt bis jetzt mit einer Zusammenfassung oder mit Skripten gelernt. Dann könntet ihr beispielweise zu jedem der großen Überthemen einige allgemeine Anki-Karten erstellen. Hier ein konkretes Beispiel: Ihr habt einen Text zum Thema Proteinbiosynthese. Jetzt könnt ihr eine Karte mit einer zunächst ganz allgemeinen Frage erstellen (z.B. „Erläutere grob die Schritte der PBS“). Dann erstellt ihr ein paar weitere, etwas detailliertere Karten (z.B. „Welche Schritte finden bei der Translation statt?“). Ihr könnt euch auch Karteikarten zu den allerwichtigsten Fakten machen oder eben Übungsfragen. Und so lernt ihr weiterhin mit eurem Skript oder wie auch immer ihr bisher gelernt habt. Am Ende jeder Lernsession geht ihr dann eure paar Anki-Karten durch. Mit der Zeit erweitert ihr die vielleicht, wenn ihr merkt, dass ihr ganz gut damit klarkommt, denn es ist ein PROZESS! Doch macht euch kein Stress, viele haben auch ohne Anki einen top TMS oder MedAT geschrieben. Außerdem könnt ihr Anki genauso gut im Studium anwenden oder wenn ihr eine Sprache lernen wollt (dafür wurde es übrigens ursprünglich entwickelt).
Anki-Basics – eine Karteikarte erstellen
Die Basiskarte ist sehr schlicht und wie eine analoge Karteikarte aus Vorder- und Rückseite aufgebaut. Ihr könnt thematisch unterschiedliche Decks erstellen. Das geht ganz easy und ist in der offiziellen Anleitung sehr gut erklärt. Wenn ihr nun ein Buch oder ein Skript vor euch habt, bietet es sich an, den Text zum Thema XY erst einmal durchzulesen, um einen Überblick zu bekommen. Anschließend könnt ihr den Text Stück für Stück durchgehen und euch dabei einfach mal in die Lage des Prüfers versetzen. Welche Frage könnte man gut zu diesem Absatz hier stellen? Da ihr den Text ja schon einmal gelesen habt, könnt ihr auch zwei Themen etwas verknüpfen. Seid einfach kreativ. Am Ende sollten möglichst prüfungsnahe Übungsfragen dabei rauskommen. Das ist nur ein Vorschlag, ihr könnt euch da natürlich austoben und wild Karteikarten erstellen, wie ihr lustig seid. Ihr solltet euch aber etwas an der Prüfungsart orientieren. Der MedAT ist eine Multiple Choice Prüfung. Dort werden immer eher detailliertere Fragen gestellt. Dementsprechend sollten auch eure Übungsfragen so aufgebaut sein. Denn eine breitgefächerte Frage in der Art „Wie ist die Zelle grob aufgebaut?“ kommt bei MC-Prüfungen kaum vor. Wenn ihr euch jedoch für eine mündliche Prüfung, zum Beispiel in der Uni vorbereitet, sind solche Fragen als Einstieg durchaus üblich. Achtet also beim Erstellen der Übungsfragen ein bisschen darauf. Eine wichtige Sache sei noch gesagt: Bitte erstellt nicht 6 Wochen lang all eure Karteikarten und lernt sie dann in 2 Wochen, denn dann habt ihr die Vorteile der „Spaced Repetition“ nicht und das ganze Anki-Prinzip würde gar nicht zum Einsatz kommen. Macht es Stück für Stück, Thema für Thema. Habt ihr für ein Thema die Karten erstellt, wiederholt ihr diese Karten direkt und fangt nebenher mit dem nächsten Thema an.
Next level – Anki für Fortgeschrittene
Der Grundbaustein von Anki ist sehr schlicht. Doch mittlerweile gibt es einen riesigen Pool an Erweiterungen und Anpassungen auf alle möglichen Fächer. Von diesen zahlreichen Add-Ons wollen wir euch eins vorstellen. „Image Occlusion“ ist unser Favorit unter den Add-Ons und gerade für Fächer wie Biologie oder Anatomie super praktisch und einfach zu bedienen. Viele unter euch kennen sicher diese Situation: Man möchte die Strukturen z.B. einer Zelle wiederholen und versucht dann mit Händen und Füßen die Beschriftungen um die Abbildung herum abzudecken, um sich dann abzufragen. Das gelingt meist nur so semi-gut und häufig lässt man’s dann doch wieder sein. „Image Occlusion“ ist da die Lösung. Mit diesem Add-on könnt ihr ein Bild in Anki einfügen und dann alle Begriffe mit Kästchen abdecken. Wenn ihr euch später abfragt, sind alle Begriffe fein säuberlich abgedeckt. Der Begriff, den ihr wissen müsst, ist dann einfach mit einem roten Kästchen abgedeckt. Simpel, aber effektiv! Um „Image Occlusion“ in Anki einzubringen, gebt einfach „Add-Ons Anki“ in Internet ein und geht dann auf die offizielle Anki-Seite. Dort ist eine Auflistung der unterschiedlichen Add-Ons zu finden. Das sind super viele. „Image Occlusion“ ist aber sehr weit oben, ihr müsst also nicht lange suchen. Wenn ihr dann auf „Image Occlusion“ seid, findet ihr einen Zahlencode, der auch gut sichtbar markiert ist, den ihr einfach kopiert. Anschließend fügt ihr ihn bei Anki ein. Werft einen Blick in die Anleitung, da steht es nochmal erklärt. Solltet ihr nicht weiterkommen, gibt’s zahlreiche Tutorial auf YouTube.
Was ist mit vorgefertigten Anki-Decks zum Runterladen für den MedAT?
Wir haben eine recht klare Meinung dazu, doch letztendlich müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr damit lernen wollt. Das Problem ist zum einen, dass die Decks meist super umfangreich sind und Wichtiges von Unwichtigem nicht getrennt wird.  Auch ihr könnt da schwer eine Unterscheidung machen, denn es ist schwierig diese Wissensfragmente, die manchmal sehr, sehr detailliert und speziell sind, in einen Kontext einzuordnen. Daher würden wir stark davon abraten aus dem Internet MedAT-Decks runterzuladen, zumal da auch immer die Frage der Vertrauenswürdigkeit und der Korrektheit der Karteikarten im Raum steht.
Vorteile von Anki auf einen Blick
  1. Keine Planung nötig: Ihr müsst nicht wild planen, wann ihr welches Thema wiederholen müsst. Das wird euch von Anki automatisch abgenommen. Spart Zeit und Nerven!
  2. Zeitsparend: Schluss mit aufwendigen Zusammenfassungen, die euch viel Zeit kosten! Anki-Karten sind ruck-zuck geschrieben, Abbildungen durch ein paar Klicks eingefügt.
  3. Immer mit on Tour: Dank der mobilen Anki-Version könnt ihr eure Karten überall mit hinnehmen und unterwegs immer wieder einen Blick drauf werfen. Alles ohne Schlepperei!
  4. Aktives Lernen: Es ist zwar anstrengender, als sich das Skript einfach nur durchzulesen, aber auch viel effektiver. Durch die Anki-Kartei beschummelt ihr euch nicht selbst, sondern lernt aktiv.
  5. Prüfungsfragen: Durch das Erstellen von Fragen beschäftigt ihr euch intensiver mit der Thematik und es bleibt automatisch mehr hängen.
Take-Home Message
  • Schmeißt nicht von heute auf morgen eure Lerntechnik um, sondern Stück für Stück, wenn ihr merkt ihr könnt gut damit arbeiten!
  • Anki basiert auf dem Prinzip der „Spaced Repetition“ und erspart euch mühsame Planung von Wiederholungseinheiten!
  • Erstellt beispielsweise allgemeine Übersichtskarten oder spezifische Prüfungsfragen, orientiert euch dabei an der Art der Prüfung (MC, mündlich…)!
  • Wir würden die Finger von Decks zum Downloaden für den MedAT lassen
Nützliche Add-Ons für Anki
Hier die Empfehlungen unseres MedAT-Dozenten Max R. Priorität auch in dieser Reihenfolge:
  1. Image Occlusion
  2. Amboss add-on
  3. Free weekend – or any other Day
  4. Anki Simulator
  5. Button Colours (Good, Again)
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