Medizinstudium

Das neue Vergabeverfahren für Medizin-Studienplätze

Seit dem Sommersemester 2020 findet für alle bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge (Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie) ein neues Vergabeverfahren Anwendung. Dabei werden alle Bewerbungen für diese Studiengänge zentral über Hochschulstart verwaltet und koordiniert („Zentrales Vergabeverfahren“).

Was muss ich tun, um mich zu bewerben?

  • Zunächst muss ein Account im DoSV-Bewerbeportal und anschließend bei AntOn (Antrag Online) erstellt werden.
  • Hat man alle Daten korrekt eingegeben und abgespeichert, wird der Bewerbungsantrag zum Download bereitgestellt.
  • Dieser Antrag muss gemeinsam mit den benötigten Unterlagen, beispielsweise der beglaubigten Kopie des Abiturzeugnisses, postalisch an Hochschulstart gesendet werden.
  • Wichtig: Alle Unterlagen müssen  fristgerecht bei Hochschulstart eingehen. Die aktuellen Fristen sind auf der Internetseite von Hochschulstart zu finden.
  • Einige Dokumente können auch nachgereicht werden. Das ist besonders für Altabiturienten*innen von Bedeutung, da das TMS-Ergebnis und die Bescheinigung über einen geleisteten Dienst unter Umständen erst nach der Bewerbungsfrist zur Verfügung stehen.
  • Das TMS-Ergebnis muss inzwischen nicht mehr postalisch, sondern nur noch über AntOn eingereicht werden.

WICHTIG: Das Ergebnis muss in AntOn zunächst gespeichert und anschließend übermittelt werden. Es wird dann unter „feste Bewerbungsbestandteile“ im DoSV- Account angezeigt. Sollte dies nicht der Fall sein, überprüft, ob ihr die Daten in AntOn sicher übermittelt habt und setzt euch im Zweifelsfall vor Ende der Nachreichfrist mit Hochschulstart in Verbindung.

Neu: Bewerbungen für alle Standorte möglich

Eine weitere bedeutsame Neuerung liegt in der Anzahl der möglichen Bewerbungen. Bisher konnte man sich an maximal sechs Standorten für einen bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengang bewerben. Im neuen Verfahren kann man bis zu zwölf Bewerbungen abgeben, wobei Human-, Zahn- und Tiermedizin als jeweils eine Bewerbung gelten. Innerhalb dieser Studienfächer ist es nun möglich, sich an allen Hochschulstandorten auf einmal zu bewerben. Zudem hat die Priorisierung der Standorte keinen Einfluss mehr auf die Zulassungschancen des/der Bewerbers*in.

Wie wird entschieden wer einen Studienplatz bekommt?

Grundsätzlich werden in jeder der drei Hauptquoten Ranglisten für jede Hochschule gebildet. Dabei bewirbt man sich automatisch auf alle drei Quoten. In den Vorabquoten (z.B. Landärzte, Zweitstudienbewerber, etc.) läuft das Vergabeverfahren noch einmal anders ab.

  1. Über die erste Quote werden 30% der Studienplätze vergeben. Es handelt sich hierbei um die  Abiturbestenquote. Das einzige Kriterium, das in dieser Quote zählt, ist die Note der Hochschulzugangsberechtigung (HZB). Um eine bessere Vergleichbarkeit der Noten zu schaffen, wurde 2020 der Länderausgleich eingeführt. Das bedeutet, dass ein*e Bewerber*in zunächst nur mit den anderen Bewerbern aus seinem Bundesland verglichen und auf Basis dieser Rangliste einen Prozentrang zugewiesen bekommt, welcher über den Platz in der Quote entscheidet. Bewerber*innen, die ihre HZB nicht in Deutschland erworben haben, werden einem Bundesland zugelost. Da der Prozentrang von den Mitbewerbern*innen abhängig ist, wird er für jedes Semester neu berechnet und kann um mehr als 10% schwanken.
  2. Über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) werden 60% und damit der Großteil der Studienplätze vergeben. Die Hochschulen sind verpflichtet, mindestens ein (Zahn- und Tiermedizin) oder zwei (Humanmedizin) notenunabhängige Kriterien zu werten und einen fachspezifischen Studierfähigkeitstest (TMS oder HamNat) miteinzubeziehen. Welche Kriterien  das genau sind, hängt von der jeweiligen Hochschule ab und kann im folgenden Dokument nachgelesen werden: hochschulstart.de/unterstuetzung/downloads. Es können pro Unterquote maximal 100 Punkte erreicht werden. Die Punkte für einen anerkannten Dienst, eine Berufsausbildung, Berufserfahrung oder einen Preis können direkt aus der Tabelle abgelesen werden. Für den TMS und die HZB werden die Punkte berechnet. Für den TMS funktioniert das mit einer relativ simplen Formel, in welche man den erreichten Testwert und die Gewichtung der Hochschule einsetzen muss.
    Bei den Punkten die ein*e Bewerber*in für die HZB bekommt ist zum einen der Länderausgleich und zum anderen die Gewichtung durch die Hochschule wichtig. Um die Ranglisten zu erstellen werden die Punkte die ein*e Bewerber*in an einer Hochschule erreicht addiert und mit den restlichen Bewerbern*innen verglichen.
  3. 10% der Studienplätze werden über die sogenannte zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) vergeben. Im Gegensatz zu den anderen beiden Quoten werden ausschließlich notenunabhängige Kriterien mit in die Punktevergabe einbezogen. Die ZEQ ersetzt seit der Änderung des Vergabeverfahrens die Wartezeitenquote. Bis zum Wintersemester 2021/22 werden bereits gesammelte Wartesemester mit 2 Punkten pro Semester und insgesamt maximal 30 Punkten boniert. Ab dem Sommersemester 2022 bringen einem Wartesemester keinen Vorteil im Vergleich zu den anderen Bewerbern*innen mehr. Wie auch im AdH müssen die Punkte für den Studierfähigkeitstest berechnet werden.

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